Ein Mann im teuren Anzug beleidigte auf dem Markt eine Großmutter, die einfach nur ihr Gemüse verkaufte, und zerstörte ihre ganze Ware — doch er konnte sich nicht einmal vorstellen, welche Strafe ihn schon bald erwartete.

LEBENSGESCHICHTEN

Die Großmutter kam seit mehreren Jahren fast jeden Tag auf diesen Markt. Nachdem ihr Mann gestorben war und die Kinder in verschiedene Städte gezogen waren, blieb ihr kein anderer Weg zum Überleben.

Sie verkaufte Gemüse aus ihrem eigenen Garten. Alles, was auf ihrer Kiste lag, hatte sie selbst angebaut. Sie pflanzte, goss, pflegte, gab ihr letztes Geld für Samen und Dünger aus. Sie war über siebzig, der Rücken schmerzte, die Hände zitterten, doch trotzdem ging sie morgens früh auf den Markt.

Die Leute kannten sie schon lange. Manche grüßten nur, andere kauften extra bei ihr, auch wenn es etwas teurer war. Nicht aus Mitleid, sondern aus Respekt vor ihrer Arbeit.

An diesem Tag tauchte ein Mann in einem teuren Anzug auf dem Markt auf. Saubere Schuhe, teure Uhr, selbstbewusster Gang. Er hob sich deutlich von den normalen Leuten ab. Er trat an die Großmutter heran, sah das Gemüse an und fragte mit einer spöttischen Miene nach dem Preis.

Als die Großmutter ruhig den Betrag nannte, veränderte sich sein Gesicht schlagartig.

— So viel Geld für stinkende Tomaten? Meinst du das ernst?

— Warum stinkend, mein Junge? Sie sind frisch. Ich habe sie selbst angebaut, antwortete sie leise.

— Für diesen Preis kaufe ich eine Tonne davon, schimpfte er wütend.

— Dein gutes Recht, mein Enkel.

Diese Worte schienen ihn innerlich explodieren zu lassen.

— Wie kannst du es wagen, mich Enkel zu nennen? Ich kann nicht der Enkel einer solchen Person sein. Sieh dich an, schrie er und zog die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich. Denkst du, jemand braucht dein erbärmliches Gemüse?

Er wurde noch wütender, begann, mit dem Fuß gegen die Kiste zu treten, stieß sie um und schubste die Großmutter heftig. Sie hielt sich nicht, fiel vom Stuhl und landete auf dem Boden.

Der Mann trampelte vor Wut das Gemüse nieder, zertrat Tomaten und Gurken mit seinen Stiefeln, als wolle er nicht nur die Ware, sondern die Frau selbst zerstören.

Die Großmutter fing an zu weinen und sagte mit zitternder Stimme:

— Das ist mein letztes Geld… Wovon soll ich jetzt leben?

Die Menschen um sie herum erstarrten. Einige wandten sich ab, niemand wagte einzugreifen. Und genau in diesem Moment geschah etwas Unerwartetes.

Ein ortsansässiger Mann, der alles beobachtet hatte, trat heran. Er stieß den Mann im Anzug energisch von der Großmutter weg.

— Was bildest du dir ein? Sie ist im Alter deiner Mutter. Hast du denn keine Scham mehr?

Er half der Großmutter aufzustehen, setzte sie behutsam zurück auf den Stuhl und sagte ruhig:

— Großmutter, weine nicht. Ich kaufe dir alles ab. Alles bis zum letzten Stück.

Die Umstehenden stöhnten überrascht auf. Die Großmutter starrte ihn an, unfähig zu glauben, was sie sah. Sie flüsterte nur:

— Gott hat Sie geschickt… Danke.

Der Mann rief sofort die Polizei. Als die Streife eintraf, wurde der Mann im Anzug zur Wache gebracht. Es stellte sich heraus, dass er bereits öfter Ärger gemacht hatte und verfolgt wurde. Diesmal drohten ihm eine tatsächliche Strafe und eine hohe Geldbuße.

Man half der Großmutter, das restliche Geld zusammenzusuchen; die Leute kamen heran und unterstützten sie.

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