Ich kehrte zu meinem Einkaufswagen zurück und sah darin ein fremdes kleines Mädchen. Sie packte mich an der Hand und flüsterte: „Bitte geben Sie mich nicht dieser Frau zurück …“ 😱
Ich war nur in den Supermarkt gegangen, um ein paar Lebensmittel zu kaufen. Für eine Minute drehte ich mich zu einem Regal um, und als ich zurückkam, saß ein etwa sechsjähriges Mädchen in meinem Einkaufswagen.
Sie zitterte und hielt sich fest am Rand.
— Hast du dich verlaufen? Wo ist deine Mama?
Das Mädchen blickte zum Ende des Ganges und flüsterte:
— Geben Sie mich nicht zu ihr zurück. Sie ist nicht meine Mama.

Ich drehte mich um und sah eine Frau in einem roten Mantel. Sie kam schnell auf uns zu.
— Da bist du ja endlich! — sagte die Fremde gereizt. — Ich suche dich schon im ganzen Laden.
Das Mädchen klammerte sich an meinen Ärmel.
— Wer sind Sie? — fragte ich.
— Ihre Tante. Sie läuft ständig weg. Mischen Sie sich nicht ein.
Die Frau versuchte, das Kind zu packen, doch das Mädchen begann zu schreien. Ich stellte mich schützend vor sie und bat einen Mitarbeiter, den Sicherheitsdienst zu rufen.
Als die Fremde das hörte, rannte sie zum Ausgang, wurde jedoch an den Türen aufgehalten.
Kurz darauf traf die Polizei ein.

Die Frau besaß Dokumente für das Kind. Doch einem der Beamten fiel etwas Merkwürdiges auf: In den Papieren stand, das Mädchen habe braune Augen, obwohl ihre Augen leuchtend blau waren.
Nach einer Überprüfung stellte sich heraus, dass die Dokumente zu einem anderen Kind gehörten. Im Auto der Festgenommenen fanden die Polizisten Kinderkleidung, fremde Geburtsurkunden und einen Umschlag mit Geld.
Der tatsächliche Name des Mädchens war Emma. Ihre Mutter lag nach einer schweren Operation im Krankenhaus. Während sie bewusstlos war, hatte eine Bekannte der Familie das Kind mitgenommen und den Nachbarn erzählt, sie habe dafür eine Erlaubnis.
Sie wollte Emma in einen anderen Bundesstaat bringen.
Im Supermarkt war es dem Mädchen gelungen, wegzulaufen. Sie versteckte sich in dem ersten Einkaufswagen, neben dem sie einen freundlich wirkenden Menschen sah.

Eine Woche später erwachte Emmas Mutter aus der Bewusstlosigkeit. Als sie sich wiedersahen, lief das Mädchen weinend zu ihr:
— Mama, diese Frau hat mich nicht zurückgegeben!
Ihre Mutter sah mich unter Tränen an.
— Sie haben meine Tochter gerettet.
Doch ich kannte die Wahrheit.
Emma hatte sich selbst gerettet. Sie hatte lediglich den richtigen Einkaufswagen gewählt.







