Die Schwestern wurden mit zusammengewachsenen Köpfen geboren und überlebten trotz der Prognosen der Ärzte: Sie sind jetzt 19 Jahre alt und so sehen sie aus.

LEBENSGESCHICHTEN

Im Jahr 2006 ereignete sich in der kanadischen Provinz British Columbia ein Ereignis, das das Leben einer Familie für immer veränderte und das weltweite wissenschaftliche Interesse weckte.

In der Familie Hogan wurden siamesische Zwillinge geboren, Mädchen, die am Kopf zusammengewachsen waren. Sie wurden Tatiana und Krista genannt.

Der Fall war nicht nur selten — er war einzigartig. Die Mädchen waren nicht nur durch ihre Schädel verbunden: sie hatten nahezu ein gemeinsames Gehirn.

In der medizinischen Praxis tritt dies in einem von 2,5 Millionen Fällen auf — solche Zwillinge nennt man „Kraniopagen“. Normalerweise sterben diese Kinder innerhalb der ersten 24 Stunden, und nur etwa 20 % haben Überlebenschancen.

Tatiana und Krista überlebten diese kritische Phase und erregten Bewunderung bei Ärzten und Wissenschaftlern.

Das Hauptmerkmal der Schwestern war die sogenannte thalamische Brücke — eine neuronale Verbindung zwischen den Thalami ihrer Gehirne.

Obwohl jedes Mädchen ein eigenes Gehirn hatte, war die Verbindung so eng, dass eine Trennung unmöglich war.

Diese Brücke verlieh ihnen eine erstaunliche Fähigkeit: Sie konnten den Schmerz der jeweils anderen spüren, den Geschmack von Lebensmitteln wahrnehmen, die eine von ihnen probierte, und sogar die Wünsche der Schwester erahnen.

Dennoch sind Tatiana und Krista kein einziges Wesen. Sie sind zwei verschiedene Persönlichkeiten. Tatiana ist ruhiger und überlegter, während Krista aktiv, emotional und impulsiv ist.

Die Eltern taten alles, um ihr Leben so normal und erfüllend wie möglich zu gestalten.

Die Mädchen wurden zum Schwimmunterricht mit einem persönlichen Trainer gebracht, für sie wurde ein spezielles Fahrrad gebaut, das sie mit erstaunlichem Geschick fahren lernten.

Sie konnten sogar laufen, ihre Bewegungen so koordinieren, dass sie sich leicht gegenseitig stützten.

Es gab jedoch auch Schwierigkeiten. Als es Zeit war, in den Kindergarten zu gehen, stellte sich heraus, dass nicht alle Eltern bereit waren, dass ihre Kinder mit diesen „besonderen“ Zwillingen interagierten.

Später gingen sie auf eine normale Schule. Aufgrund der Besonderheiten ihrer Gehirnentwicklung hatten die Schwestern leichte Lernrückstände, aber sie lernten trotzdem lesen, schreiben und rechnen.

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